Wissenschaft und Glaube schließen einander nicht aus. Ganz im Gegenteil, die modernen Wissenschaften haben ihren Ursprung in der christlichen Religion und wurden von zahlreichen gläubigen Forschern und Forscherinnen maßgeblich beeinflusst. Albertus Magnus, der mittelalterliche Kirchenlehrer und Vorreiter der empirischen Naturwissenschaften, befand: Gott lässt sich in der Welt [Natur] finden und Vernunft und Beobachtung der Natur führen beide zu einer größeren Liebe des Schöpfergottes. In diesem Sinne begrüßen wir die Wissenschaft, Bildung und kritisches Denken als Ausdruck unserer Gottgegebenen Fähigkeiten und Gottes Auftrag an den Menschen, die Natur zu nützen und zu bewahren. Wissenschaftsfeindlichkeit, Verschwörungstheorien und Fake News haben keinen Platz bei uns!
Mit Wissen und Technologie kommt Verantwortung. Die wissenschaftlichen und technologischen Errungenschaften unserer Gesellschaft sollen zum Nutzen von Mensch und Natur verwendet werden und nicht für kurzsichtigen Gewinn auf Kosten anderer und zukünftiger Generationen. Mit der Offenbarung von Gottes Willen in der Bibel und dem zentralen Gebot der Liebe, besitzen Christen eine unverrückbare Position im gesellschaftlichen Diskurs. Wir stehen für einen verantwortungsvollen und gerechten Umgang mit neuen Technologien, für den Schutz des menschlichen Lebens (geboren und ungeboren), und für die Bewahrung unserer Umwelt und natürlichen Ressourcen für kommende Generationen.
Vernunft und Meinungsvielfalt statt Dogmatismus. In Fragen des Glaubens und unserer Lebensführung ist Gottes Offenbarung in der Bibel unser unumstößliches Fundament und Richtschnur für unser Handeln. Die Bibel zeigt uns Gott als Schöpfer und Erhalter allen Seins, aber nicht notwendigerweise, wie er die Erde und den Menschen erschaffen hat. Dort wo Aussagen der Bibel mit Erkenntnissen der Wissenschaft kollidieren, suchen wir einen offenen Diskurs. Dieser soll von gegenseitigem Respekt und der Bereitschaft von einander zu Lernen gekennzeichnet sein. Wir erkennen unterschiedliche Meinungen und Positionen als Bereicherung an und streben in unserer Gemeinde nach Einheit in der Vielfalt von Überzeugungen.
Für eine eingehendere Auseinandersetzung mit diesem spannenden Thema bietet sich die Lektüre von Autoren wie John Lennox, Albrecht Kellner und Francis Collins an.
